Infrastrukturstaatssekretär Volker-Gerd Westphal hat sich heute über den Stand der Sanierungsarbeiten in den ehemaligen Braunkohletagebaugebieten der Lausitz informiert. Aktuell verhandeln die Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem Bund über ein neues Verwaltungsabkommen zur Finanzierung der Braunkohlesanierung.
Das Verwaltungsabkommen stellt die Finanzierung der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mit Sitz in Senftenberg für weitere fünf Jahre sicher. Die LMBV ist als bundeseigenes Unternehmen für die Rekultivierung und Beseitigung der Umweltschäden aus der DDR-Braunkohlenwirtschaft verantwortlich.
Staatssekretär Volker-Gerd Westphal: „Man sieht es ganz plastisch und eindrucksvoll: die ehemaligen Tagebaugebiete werden eine neue Perle Brandenburgs. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass die Verhandlungen für die Finanzierung der Fortführung der Sanierung sehr konstruktiv verlaufen und im Zeitplan liegen. Wir arbeiten intensiv daran, dass die Anschlussfinanzierung der LMBV für die Jahre 2028 bis 2032 rechtzeitig vor Auslaufen des aktuellen Abkommens Ende 2027 gesichert werden kann. Für das Land Brandenburg ist dies von entscheidender Bedeutung. Denn Brandenburg bleibt – trotz großer Fortschritte wie der Eröffnung der Lausitzer Seenkette im Juni dieses Jahres – das Land mit dem größten Sanierungsbedarf. Die Landesregierung wird sich auch in den kommenden Jahren mit Nachdruck für die erfolgreiche Fortsetzung der Sanierungsarbeiten einsetzen. Denn der heutige Besuch hat mir gezeigt: Bei allem, was schon erreicht wurde, werden uns Aufgaben der Grundsanierung noch über Jahre und Jahrzehnte begleiten.“
Insbesondere die Sanierung gesperrter Kippenbereiche, die Sicherung von Halden und Böschungen sowie die Schaffung eines stabilen Wasserhaushalts in der Lausitz stellen weiterhin große Herausforderungen dar.
Zu den Stationen der Reise gehörten unter anderem der Tagebau Welzow-Süd und der Stadthafen Senftenberg, der in den Jahren 2010 bis 2013 als erster Hafen im Lausitzer Seenland gebaut worden war und zahlreiche Folgeansiedlungen in Gastronomie, Ladengeschäften und Verleihfirmen nach sich zog. Auch über den Stand der Arbeiten im Bereich des Sedlitzer Sees informierte sich die Reisedelegation.
Hintergrund: Rekultivierung der Tagebaurestlöcher
Durch Rekultivierung und Flutung der Tagebaurestlöcher der Bergbaufolgelandschaft Südbrandenburgs und Nordsachsens entsteht Europas größte künstlich geschaffene Seenlandschaft. Die Seenkette umfasst länderübergreifend insgesamt zehn Tagebauseen, 12 Überleiter und circa 7000 Hektar verbundene Wasserfläche. Bei der Herstellung dieser länderübergreifenden Seenkette handelt es sich um eines der bedeutendsten langjährigen Großprojekte im Rahmen des Bund-Länder-Verwaltungsabkommens Braunkohlensanierung (VA BKS). Mit der Freigabe des Sornoer Kanals, des Ilse-Kanals und des Rosendorfer Kanals wurde am 29. Juni 2026 ein zentraler Meilenstein der Lausitzer Seenlandentwicklung erreicht: Die fünf großen Bergbaufolgeseen Großräschener See, Sedlitzer See, Partwitzer See, Geierswalder See und Senftenberger See wurden erstmals vollständig schiffbar miteinander verbunden. Sie umfassen rund 4000 Hektar Wasserfläche.
Für die Entwicklung der Restseenkette wurden bislang insgesamt rund 941 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Verwaltungsabkommen Braunkohlensanierung eingesetzt. Allein für die bergbauliche Grundsanierung waren mehr als 837 Millionen Euro erforderlich. Den größten Finanzierungsanteil trug der Bund mit rund 540 Millionen Euro. Brandenburg und Sachsen haben die Entwicklung ergänzend in erheblichem Umfang unterstützt. Im Land Brandenburg wurden dabei zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards nach der Grundsanierung entsprechend §4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlensanierung bisher Landesfördermittel im Umfang von rund 73,5 Millionen Euro eingesetzt.
(Quelle: Pressemitteilung MIL vom 16.09.2026)