Fortführung für weitere vier Jahre gesichert

Neue Chance für die im Lausitzer Netzwerk „Mining and Generation Technology“ (MinGenTec) zusammengeschlossenen Unternehmen aus der Braunkohlewirtschaft: Der Bund fördert jetzt die Bemühungen dieser Unternehmen, neue Geschäftsfelder und neue Märkte zu finden. Einen entsprechenden Bescheid hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) jetzt den MinGenTec-Projektträgern, der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus und der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), übermittelt.

„IHK und WFBB können die mit der Bundesförderung schon 2017 ins Leben gerufene Initiative Mining & Generation Technology – Made in Germany auf eine ganz neue Basis stellen“, sagt Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach zu der Fördermittelentscheidung des Bundes. „Ich beglückwünsche die Macher bei der IHK und der Wirtschaftsförderung, dass sie nun gut zwei Millionen Euro aus den Strukturstärkungsmitteln des Bundes eingeworben haben, um MinGenTec für weitere vier Jahre fortzuführen“.

WFBBGeschäftsführer Sebastian Saule betont: „Das bedeutet im Klartext: Bühne frei für MinGenTec 2.0. Zugleich zeigt diese erfreuliche Nachricht, dass die bisherige Arbeit des Netzwerks auch vom Bund als wertvoll erachtet wird. Als WFBB übernehmen wir in dem neuen Projekt vor allem die Aufgabe, die Unternehmen dabei zu unterstützen, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Wir werden das gesamte Repertoire an Innovationsprogrammen und -methoden auffahren und die interessierten Unternehmen mit den zahlreichen bestehenden und zukünftigen Wissenschaftseinrichtungen, aber auch mit innovativen Start-ups in der Region zusammenbringen.“

Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, erläutert, welche Aufgaben die Kammer als Koordinator in dem Projekt übernehmen wird: „Unser Hauptaugenmerk bleibt es, die Lausitzer Unternehmen der Bergbau-, Energie- und Sanierungsbranche verstärkt an ausländische Märkte heranzuführen. Dies haben wir schon mit einigen Erfolgen getan. Weltweit gibt es einen großen Bedarf für die Spitzentechnologien und Dienstleistungen aus der Lausitz. Mit mehr Manpower und Angeboten unterstützen wir die Unternehmen bei ihren Internationalisierungsaktivitäten künftig noch intensiver.“

Dr. Klaus Freytag, Lausitz-Beauftragter der brandenburgischen Staatskanzlei, ergänzt, dass ein Vorbild für eine solche Transformation das Ruhrgebiet sein könne: „Vor mehr als zwanzig Jahren haben rund hundert mittelständische Unternehmen der Bergbauzulieferindustrie im Ruhrgebiet den Ausstieg aus der Steinkohle gut verkraftet. Unter der Marke Bergbautechnologie aus NRW konnten sie sich in ausländischen Märkten platzieren und gestalten heute 95 Prozent ihres Umsatzes im Ausland.“

Projektförderung und Maßnahmen

Die IHK Cottbus und die WFBB hatten im Juni 2021 ihren Projektantrag mit dem Titel „Bewährtes stärken, Neues wagen – Neuausrichtung der Lausitzer Braunkohlewirtschaft“ bei der fördermittelvergebenden Stelle, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), gestellt. Der Zuwendungsbescheid ging im April ein. Für die nächsten vier Jahre erhält die IHK insgesamt rund 800.000 Euro, die WFBB rund 1,1 Millionen Euro. Beide Institutionen erbringen darüber hinaus auch Eigenanteile. Geplant ist die Einstellung von insgesamt fünf Projektmitarbeitern, drei bei der Kammer, zwei bei der WFBB. Erste Stellenausschreibungen sind auf der MinGenTec-Webseite verlinkt.

Zu den Maßnahmen des Projektes zählen Innovationschecks, Partnerbörsen, Markterkundungsstipendien, Messebeteiligungen oder auch internationale Vernetzungsvorhaben.

Das Projekt wird nun vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen der „Förderrichtlinie zur Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerksstandorten (STARK)“ gefördert. STARK ist ein vom Deutschen Bundestag beschlossenes Programm zur Förderung nicht-investiver Maßnahmen in den von der Transformation betroffenen Revieren und Kohlekraftwerksstandorten.

Vor fünf Jahren haben die WFBB und die IHK Cottbus das Netzwerk MinGenTec ins Leben gerufen. Ihm gehören derzeit rund 250 Unternehmen an. Kürzlich haben die Unternehmen zum fünfjährigen Jubiläum eine positive Zwischenbilanz der bisherigen Zusammenarbeit gezogen.

Unternehmen und interessierte Medienvertreter können sich für das
12. Netzwerktreffen MinGenTec am 23. Juni, 16 bis 18 Uhr, anmelden. Dann gibt es weitere Informationen zur Neuausrichtung des Projekts.

www.mingentec.com/de/Home/Events-und-Termine/event/112

Weitere Informationen: www.mingentec.com