Das Land Brandenburg stellt zur Förderung der sorbischen/wendischen Kultur und Sprache mehr Geld zur Verfügung. Das hat das Kabinett heute in Potsdam beschlossen. Für die Stiftung für das sorbische Volk steigen die Mittel um eine Million Euro – von 3,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf knapp 4,9 Millionen Euro in diesem Jahr. Bis zum Jahr 2030 wird die jährliche Förderung des Landes nochmals auf knapp 5,5 Millionen Euro angehoben.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle: „Sorbische/Wendische Kultur, Sprache und Bräuche sind ein außergewöhnlicher Reichtum unseres Landes, den es zu bewahren gilt. Mit dem Fünften Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk kommen wir gemeinsam mit dem Bund und Sachsen dieser Verpflichtung nach. Damit sichern wir vor allem den Status quo, dass die Einrichtungen auch weiterhin ihrer wichtigen Arbeit zum Erhalt des Brauchtums, der Sprache und der Traditionen nachkommen können. Was besonders erfreulich ist: Jeder brandenburgische Euro wirkt sich aufgrund des Verteilschlüssels sechsfach für die Stiftung aus.“

Der Aufwuchs ist Teil des Fünften Abkommens über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk zwischen dem Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen und soll in den kommenden Wochen unterzeichnet werden. Laut Vereinbarung übernimmt der Bund 50 Prozent der Finanzierung, Sachsen 33 Prozent und Brandenburg 17 Prozent. Darüber hinaus setzt die Landesregierung damit einen Landtagsbeschluss um, wo sich im Juli 2025 mit breiter Mehrheit für eine auskömmliche Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk ausgesprochen wurde.
Hintergrund

Die Stiftung für das sorbische Volk fördert die Bewahrung, Entwicklung und Verbreitung der sorbischen/wendischen Sprache, Kultur und Traditionen. Sie unterstützt Institutionen wie das Sorbische Institut, die Domowina mit dem WITAJ-Sprachzentrum, den Domowina-Verlag, die Schule für niedersorbische Sprache und Kultur, das Wendische Museum Cottbus/Chóśebuz, das Sorbische Nationalensemble, das Deutsch-Sorbische Volkstheater sowie das Sorbische Museum in Bautzen/Budyšin. Die Sorben-Stiftung wurde 1991 in Sachsen gegründet. Im Jahr 1998 unterzeichneten Sachsen und Brandenburg dazu einen Staatsvertrag. Die Stiftung wurde im vergangenen Jahr vom Bund sowie von den beiden Ländern Sachsen und Brandenburg mit 23,916 Millionen Euro finanziert.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Anpassungsbestrebungen früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Das Land Brandenburg hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu schützen.