Fernwärme aus Abfall statt aus Gas: Die Stadtwerke Senftenberg können mit dem Bau der Anlagen für eine CO2-neutrale Fernwärmeversorgung beginnen. Die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, hat dazu heute einen Zuwendungsbescheid über mehr als 37 Millionen Euro aus Struktur­stärkungs­mitteln an Stadtwerkechef Ronny Kleinert übergeben. In das Gesamtprojekt zur Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung werden mehr als 43 Millionen Euro investiert.

Fernwärmetrasse über 10 Kilometer

Geplant sind der Bau von Wärmeüberträgerstationen, Wärmespeicheranlagen und einer zehn Kilometer langen Fernwärmetrasse zwischen der thermischen Abfallverwertung des Kraftwerks „Sonne“ Großräschen und Senftenberg. Mit der Umstellung von der bisher überwiegend erdgasbasierten Wärmeerzeugung auf die thermische Abfallverwertung soll der CO2-Ausstoß um etwa 15.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden.

Schneider unterstrich: „Die Verbindung von Wirtschaft, effizienter Energienutzung und Klimaschutz – das setzen die Stadtwerke Senftenberg mit dem Umbau der Wärmeversorgung um. Bislang ungenutzte Abwärme vom Industriestandort ‚Sonne‘ soll als Fernwärme für Tausende Bürgerinnen und Bürger nutzbar gemacht werden. Mit der Förderung aus der Strukturstärkung investieren wir – unserem Lausitzprogramm entsprechend – gezielt in die regionale Infrastruktur, in bezahlbare und klimaschonende Energienutzung und damit in die Daseinsvorsorge.“

Der Lausitz-Beauftragte des Ministerpräsidenten, Dr. Klaus Freytag, ergänzte: „Das Projekt ist ein weiterer wichtiger Baustein im Lausitzer Strukturwandel – hin zu einer modernen und innovativen Energieregion. Es zeigt, wie nachhaltige Energieversorgung und wirtschaftliche Entwicklung erfolgreich miteinander verbunden werden können. Die Versorgung mit grüner Fernwärme ist für die Bewohner der einstigen Kohle-Hauptstadt Senftenberg zukunftsweisend.“

Hintergrund

Die Stadtwerke versorgen knapp 24.000 Menschen in der Region mit Strom, Gas und Fernwärme. Dabei stellen sie sukzessive auf eine nachhaltige Energiegewinnung um. Mit dem neuen Vorhaben zur Fernwärmeversorgungen setzen sie ihren Weg konsequent fort. Mit den neuen Anlagen sollen ab 2029 jährlich mindestens 60.000 Megawattstunden industrielle Abwärme aus dem Kraftwerk „Sonne“ Großräschen nach Senftenberg geliefert werden. Dabei wird die ohnehin bei der Müllverbrennung entstehende Wärme genutzt. In Großräschen betreibt das Unternehmen „EEW Energy from Waste“ auf einem ehemaligen Kohlestandort das sogenannte Ersatzbrennstoffwerk und eine Müllerverbrennungsanlage. Dort werden pro Jahr fast 300.000 Tonnen Abfälle thermisch verarbeitet und in Energie mit einer Gesamtleistung von 66 Megawatt umgewandelt.